Horizontale Spülbohrverfahren
Das Horizontale Spülbohrverfahren ist eine anerkannte Technologie zur grabungslosen Leitungsverlegung.
Aufgrund der punktuellen Eingriffe in die Ökologie erweist sich diese Verlegetechnik als äußerst umweltschonend, vor allem weil nur minimale Flurschäden in unmittelbaren Nähe der Anlage verursacht werden. Auch im innerstädtischen Bereich spricht vieles für den Einsatz der steuerbaren Technik. Vorteile gegenüber der offenen Bauweise sind vor allem die minimierten Baukosten, Bauzeiten, Genehmigungsverfahren, Erdbewegungen und die Oberflächenwiederherstellung sowie die geringe Beeinflussung des Verkehrs.
Der Ablauf einer Bohrung sieht in der Regel wie folgt aus:
1. Planung/Vorerkundung
2. Pilotbohrung mit Ortung
3. Räumbohrung oder Aufweitbohrung (abhängig von der Bodenklasse und der Dimension des Neurohrs)
4. Rohreinzug
Planung/Vorerkundung
Für den Einsatz der Spülbohrtechnik ist eine genaue und umfassende Baugrunduntersuchung sowie eine vollständige Vorerkundung bzw. Erhebung der Lage und Tiefe von Einbauten im Trassenbereich erforderlich, um die Durchführbarkeit des Projekts sicherzustellen und das Baurisiko auf ein Minimum zu reduzieren.
Pilotbohrung
Das Bohrgerät wird vor der Startgrube aufgestellt und verankert. Der erste Teil des Bohrstranges bestehend aus Bohrmeißel, Knick-Stück und Bohrstangen wird im vorher festgelegten Eintrittswinkeln ins Erdreich gedrückt. Dabei wird die aus einer Wasser-Betonit-Suspension bestehende Bohrspülung durch das Gestänge zu den Meisseldüsen gepumpt und tritt dort unter hohem Druck aus. Der gelöste Boden wird zu einem geringen Teil verdrängt, der größte Teil wird von der im Ringraum zurückfließenden Bohrspülung an die Oberfläche transportiert. Die Steuerung erfolgt durch die am Bohrkopf angebrachten Bohr- und Steuerplatten, Daten werden laufend gesendet, welche Aufschluss über die genaue Position des Bohrkopfes in horizontaler und vertikaler Richtung geben. Schiebt man das Bohrgestänge ohne Rotation in das Erdreich, so wird die abgeschrägte Steuerplatte gegen den anstehenden Boden gedrückt und der Bohrkopf in die entgegengesetzte Richtung gedrängt, so können jederzeit verschiedene Radien gebohrt werden. Soll ein geradliniger Bohrfortschritt erfolgen, so wird durch eine gleichmäßige Rotation des Bohrkopfes sowie unterstützend durch den Spülungsstrahl allseitig gleichmäßig der Boden entfernt.
Aufweitbohrung
Für die Aufweitung wird der Bohrkopf in der Zielgrube vom Bohrgestänge entfernt und ein spezielles Aufweitwerkzeug (Backreamer) befestigt, dieses wird nur rotierend und spülend betrieben und vergrößert im Rückwärtsgang den Bohrlochquerschnitt. Je nach Durchmesser des einzuziehenden Rohres muss der Vorgang stufenweise mit einem jeweils größeren Aufweitkopf wiederholt werden bis der gewünschte Bohrlochdurchmesser erreicht ist.
Rohreinzug
Der Rohreinzug erfolgt, wie auch die eventuell vorangegangenen Aufweitungen, von der Zielgrube ausgehend zur Startgrube hin. Das Neurohr wird hierbei an einem Ende mit einem sogenannten Innenziehkopf (Spreiznippel) versehen und an einem Drehwirbel befestigt. Durch die Verbindung mit der Pipeline über das Drehgelenk, wird dabei die Zugkraft auf die Rohrleitung übertragen, nicht jedoch der Drehmoment. Der Aufweitungsdurchmesser sollte immer zwischen 30% - 50% größer sein als das einzuziehende Rohr.
Grundsätzlich besteht die Bohranlage aus drei Haupt-System-Komponenten:
1. Bohrlafette/ Bohrwerkzeug
2. Betonitmischanlage
3. Hydraulikstation für den Betrieb der Betonitmischanlage
Die hohen Anforderungen und Erwartungen an die zu bewältigenden Bohraufgaben erfordern eine präzise Ortung und Steuerung, welche nach dem Sender-Empfänger-Prinzip erfolgt. Die Bohrcrew überwacht permanent den Lauf des Bohrkopfes. Alle gemessenen Werte werden protokolliert sowie Steuerkorrekturen dem Maschinenführer per Funk übermittelt.
Details
Rohrdimensionen: Rohrprofile: | 200 - 1000 mm |
PRO‘s
- Kein Aufbruch wertvoller Oberflächen und keine Oberflächenbeschädigung (Straßenbelag, Vorgärten, etc.) – dadurch hohe wirtschaftliche Vorteile
- Geringe Sozialkosten durch Vermeidung von Umleitungen, halbseitigen Sperrungen, Aufstellen von Signalanlagen, etc.
- Kurze Rüstzeiten
- Hohe Arbeitsgeschwindigkeit daher kurze Bohr- und Bauzeiten
- Richtung der Bohrung kann jederzeit geändert werden
- Die Unterstützung durch das dynamisch schlagende Hammerwerk erleichtert den Vortrieb und die Steuerbarkeit in Böden bis Bodenklasse 5, teilweise bis Bodenklasse 6.
- Zugkraftmessung und Lagebestimmung möglich
- Breites Anwendungsspektrum
- Die verlegten Rohre sind besser im Erdreich gebettet, da die verwendete Wasser-Betonit-Suspension während des Spülvorganges die Unregelmäßigkeiten des anstehenden Bodens auffüllt.
- Gestängewechselsystem:halbautomatisch, vollhydraulisch, mit Sensorautomatik
- Maschinentechnik von erstklassiger Fertigungsqualität, d. h. wartungsunanfällig, robust, überdurchschnittlich lange Lebensdauer, saubere Leitungsverlegung mit vielen Messstellen.
- CE- zertifiziert nach geltenden EU-Richtlinien
